Der Supersturm Sandy ist nur noch ein Wirbelsturm und hat an der Ostküste Amerikas massive Schäden hinterlassen und viele Menschenopfer gefordert.
Mit eigenen Worten kann ich garnicht richtig ausdrücken was ich ich Euch mitteilen möchte. Die Worte von Bert Walther auf Facebook treffen es aber ganz gut:
Guten Morgen, all ihr Reformationsbrötchen-Kauer und andere Feiertagsgenossen.
Sandy bestimmt derzeit weltweit die Medienberichterstattung. An die 50 Tote, rund 20 Milliarden Dollar Schaden und viel menschliches Leid hat dieser „perfekte Wirbelsturm“ in den vergangenen 48 Stunden verursacht. Die Bilder bewegen die Menschen, immerhin wird rund um die Uhr – niveauvoll, aber auch penetrant nichtssagend – mit Kameras direkt vom Geschehen berichtet, sodass es jetzt schon hier auf Facebook Initiatoren von Spendenaufrufen für die Opfer dieser Naturkatastrophe gibt.
Wie rührend diese Anteilnahme auch sein mag, aber die Amerikaner dürften sicherlich selbst in der Lage sein, wenn sie das nur wollten, hier umfassend zu helfen. Das US-Bruttoinlandsprodukt liegt bei über 15 Billionen Dollar. Das ist eine 15 mit 12 Nullen! Das Privatvermögen der US-Amerikaner dürfte nicht minder niedrig sein. Nicht zu vergessen haben die Akteure des aktuellen Präsidentschaftswahlkampfs Spendengelder in Höhe von 2 Milliarden Dollar eingeworben. Das Geld ist also da!
Allerdings, und das hat sich hier wieder einmal gezeigt, wenn es um ihre Infrastruktur geht, wie Kanalisationen oder die berühmt-berüchtigten Überland-Stromleitungen, die eher an ein Entwicklungsland erinnern lassen, als an die Supermacht, sind die Amis doch leicht verwundbar. Dafür braucht es keines großen Aufwands von Al-Kaida und eines 9/11. Und diese Schwäche ist Ausdruck des Systems der schnellen Rendite auf alles eingesetzte Geld, egal ob in Kanäle oder Menschen. Doch der langfristige Aspekt, beispielsweise durch unterirdische Stromleitungen, mit denen viel effizienter solchen Naturunbilden begegnet werden kann und damit auch langfristig Kosten gespart werden und Geld zu verdienen ist, das wird ignoriert. Nicht zuletzt auch dieses Desinteresse sorgt im reichsten Land der Erde für diese Folgen von Wirbelstürmen. Aber auch die Ignoranz bezogen auf den Klimawandel mit den nötigen Veränderungen im Wirtschaften und Handeln tritt bei solchen Ereignissen ebenfalls offen zutage. Da wird jetzt vom Jahrhundertsturm gesprochen. Komisch, aber vor paar Jahren hatte dieses Etikett auch schon Katrina verpasst bekommen und in leicht abgeschwächter Form später auch Irene.
Sinnvoller sind die Gelder in Ländern wie Haiti, Kuba, Philippinen oder Bangladesch eingesetzt. Staaten, in den erst jüngst oder jedes Jahr wieder verheerende Stürme mit Überschwemmungen für massenhaftes menschliches Leid und beinahe nicht zu verkraftende wirtschaftliche Schäden sorgen. Aber davon ist in unseren Medien, speziell im Fernsehen nichts oder nur sehr wenig zu sehen.
Die richtige Dosierung macht’s, deshalb überlege ich mir jetzt schon, wenn in der Vorweihnachtszeit junge und alte Menschen mit Sammelbüchsen wieder für „Brot für die Welt“ vor den prallgefüllten Einkaufszentren stehen, wie viel ich dieses Mal spende und informiere mich auch darüber, für was dieses Geld ausgegeben wird.
Aber jetzt lass ich mir noch ein weiteres Reformationsbrötchen schmecken. In dem Sinne: ‚n Gud’n!
Ist Euch eigentlich mal aufgefallen das die meisten Häuser in den USA nur aus Holz gebaut sind?